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Institut für Praktische Theologie

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Seelsorge und Pastoralpsychologie

Inhalt

Im Fachbereich Seelsorge und Pastoralpsychologie geht es um die Frage, wie einzelne Menschen, Familien oder besondere Bezugsgruppen in Gesprächen und anderen Begegnungsformen Lebens- und Glaubenhilfe finden und dabei von Seelsorgerinnen und Seelsorgern unterstützt werden können. Das Studium des Fachs dient dazu, sich mit verschiedenen Seelsorgekonzepten und deren theoretischen und praktischen Implikationen auseinanderzusetzen, einen Einblick in unterschiedliche Felder der Seelsorge in Gemeinde und anderen Institutionen (z.B. Spital, Gefängnis) zu erhalten, unterschiedliche Kommunikationsweisen und Methoden in der Seelsorge kennen zu lernen und teilweise zu üben sowie die Rolle der eigenen Person zu bedenken. Dabei wird im Fachbereich ein Schwerpunkt im Bereich systemischer Seelsorge gelegt, also besonders darauf geachtet, wie einzelne Menschen in ihren Beziehungen zu wichtigen Anderen besser verstanden und begleitet werden können.

Studienziele lic.theol. (Integralstudium)

Im Studium der Seelsorge und Pastoralpsychologie werden zum einen theoretische Kompetenzen gefördert: Studierende sollen sich im Feld unterschiedlicher Seelsorgeansätze orientieren, erste Schritte in Richtung einer eigenen Konzeption der Seelsorge gehen und den Zusammenhang von theoretischen Grundlagen, persönlichen Erfahrungen, Einstellungen und Fähigkeiten und methodischen Umsetzungen nachvollziehen können. Dabei wird insbesondere auch eine kritische Aneignung psychologischer und religionspsychologischer Sicht- und Arbeitsweisen unterschiedlicher Ausrichtung wichtig. Im Studium werden in Ansätzen aber auch kommunikative und kooperative Fähigkeiten, die Wahrnehmung unterschiedlicher Lebens- und Krisensituationen und die Reflexion der eigenen Person und des eigenen Handelns weiterentwickelt.

Studienempfehlungen lic.theol. (Integralstudium)

Es ist sinnvoll, mit dem Studium der Seelsorge und Pastoralpsychologie bereits im Grundstudium zu beginnen (Proseminare und orientierende Vorlesungen). Eine solide theoretische Grundlage ist auch in den praktisch-theologischen Fächern wichtig. Deshalb wird insbesondere die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Konzeptionen der Seelsorge empfohlen. Das Praktische Semester legt zwar keinen Schwerpunkt im Bereich Seelsorge, durch teilnehmende Beobachtung können aber doch wichtige Erfahrungen gesammelt werden, die für das weitere Studium der Seelsorge wichtig werden können. Themen und Fähigkeiten, welche in der Woche “Seelsorge und Kooperation” erarbeitet werden, können in vertiefenden Veranstaltungen des Hauptstudiums wieder aufgenommen werden. Seelsorge lässt sich an der Universität allerdings nur begrenzt lernen und lehren. Wichtig für das Studium der Seelsorge sind deshalb auch das bewusste Wahrnehmen und Reflektieren der persönlichen und beruflichen Lebenserfahrung im Blick auf ein vertieftes Verständnis psychischer und zwischenmenschlicher Prozesse. Das theoretische Fundament, das im Studium gelegt werden sollte, wird später in der Auseinandersetzung mit praktischen Erfahrungen weiterentwickelt werden. Im Bereich der Seelsorge gibt es ein gut ausgebautes Angebot von kurzen und langen Weiterbildungskursen.

Studienziele lic.sc.theol. (Haupt-Nebenfachstudium)

Seelsorge und Pastoralpsychologie kann im Rahmen eines Haupt- oder Nebenfachstudiums nach RHN 01 als Fach gewählt werden.

Im Fachbereich Seelsorge und Pastoralpsychologie werden zum einen theoretische Kompetenzen gefördert: Studierende sollen sich im Feld unterschiedlicher Ansätze der Seelsorge, Religions- und Pastoralpsychologie orientieren können und erste Schritte in Richtung einer begründeten eigenen Position tun. In Ansätzen werden aber auch kommunikative und kooperative Fähigkeiten, die Wahrnehmung unterschiedlicher Lebens- und Krisensituationen und die Reflexion der eigenen Person und des eigenen Handelns weiterentwickelt.

Studienempfehlungen lic. sc. theol. (Haupt-Nebenfachstudium)

Mit dem Studium der Seelsorge und Pastoralpsychologie wird bereits im Grundstudium begonnen (Proseminar oder Übung und eine einführende Vorlesung). An eine erste Orientierung schliesst sich im Hauptstudium eine vertiefte Auseinandersetzung mit den theoretischen Grundlagen und praktischen Anwendungsfeldern des Fachs an (Seminar und evtl. Seminararbeit). Dabei wird eine Schwerpunktbildung empfohlen. Diese kann im Blick auf Themen der Seelsorge (z.B. seelsorgliche Beratung), der Pastoralpsychologie (z.B. Trauerprozess) oder der Religionspsychologie (z.B. Religion als Ressource bei der Bewältigung von kritischen Lebensereignissen) erfolgen. Eine Beratung durch den Lehrstuhlinhaber oder die Assistentin im Fach Seelsorge und Pastoralpsychologie kann gerne beansprucht werden.

Lehrangebot

An der Theologischen Fakultät ist Seelsorge/Pastoralpsychologie ein Teil der Praktischen Theologie und entfaltet ihre Themen und Fragestellungen in diesem Umfeld. Im Sommersemester wird regelmässig ein Proseminar für Praktische Theologie angeboten, das in Grundfragen der Disziplin einführt und zugleich eine allgemeine Grundlegung der Seelsorge bietet. In spezifische Fragen der Seelsorge führt das Proseminar (“Konzeptionen der Seelsorge”, alle vier Semester) ein. Einführende Vorlesungen, die regelmässig angeboten werden, ermöglichen anhand einer Grundfrage der Seelsorge einen Überblick über das Fach (z.B. “Seelsorge als Gespräch”, “Seelsorge und Lebensgeschichte”, “Einführung in die Pastoralpsychologie”, “Arbeitsfelder der Gemeindeseelsorge”). Seminare und Übungen dienen dazu, exemplarisch einzelne Fragen der Seelsorge und Pastoralpsychologie vertieft zu entfalten (z.B. “Psychoanalyse und Religion”, “Religiös-existentielle Beratung”) und praktische Ansätze der Seelsorgearbeit kennen zu lernen.

Für Studierende mit Ziel lic.theol. (Integralstudium) gilt: Im Rahmen des Praktischen Semesters wird jährlich eine Woche zum Thema “Kommunikation und Kooperation” durchgeführt, in der kommunikative und kooperative Prozesse erfahren, analysiert und hilfreiche Fähigkeiten trainiert werden. Das Studium der Seelsorge mündet ins Vikariat, in dem Seelsorge ein Schwerpunkt der Ausbildung bildet, praktische Erfahrungen in konkreten Seelsorgebegegnungen gesammelt und in Ausbildungsgruppen (nach der Methodik der klinischen Seelsorgeausbildung) reflektiert werden können.

Literatur

Literaturlisten mit Empfehlungen zur eigenen Auswahl sowie Richtlinien für schriftliche Arbeiten sind im Institut, bei der Studienberatung des evangelischen Departements der Theologischen Fakultät oder bei den Dozierenden persönlich erhältlich. Die folgenden Bücher ermöglichen eine Gesamtorientierung im Bereich der Seelsorge und Pastoralpsychologie:

  • Morgenthaler, Christoph (2009): Seelsorge. Lehrbuch Praktische Theologie 3, Gütersloh.
  • Morgenthaler, Christoph (2005): Systemische Seelsorge. Impulse der Familien- und Systemtherapie für die kirchliche Praxis, Stuttgart etc, 4. Aufl.
  • Engemann, Wilfried (Hrsg.) (2007): Handbuch der Seelsorge. Grundlagen und Profile, Leipzig.
  • Geest van der, Hans (1990): Unter vier Augen. Beispiele gelungener Seelsorge, Zürich, 4. Aufl.
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