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Theologische Fakultät

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Minorstudiengang Ancient Near Eastern Cultures Relating to Pre-Islamic Palestine/Israel (BeNeFri)

Inhalt

Palästina/Israel liegt im Schnittpunkt dreier Kontinente. Hier kreuzen sich die Jahrtausende alten Handelsachsen Ägypten-Mesopotamien und Arabien-Mittelmeer.  Bis in unsere Gegenwart ist das kleinkammerige Land, das an vier Klimazonen und ihren Lebensweisen Anteil hat, Zankapfel der Grossmächte. Gleichzeitig war es Ausgangspunkt entscheidender zivilisatorischer, kultureller und religiöser Impulse, die auch Europa und die Moderne entscheidend geprägt haben:

  • Als Teil des ‘fruchtbaren Halbmonds’ war Israel/Palästina seit dem 9. Jahrtausend v.Chr. führend bei der Domestikation von Pflanzen (Getreide, Hülsenfrüchte, Olive, Wein) und Tieren (Ziege, Schaf, Rind) und damit beim Übergang von der Jäger-Sammlerinnen-Existenz  zur Sesshaftigkeit.
  • Als ‘Randgebiet’ (aus der Perspektive der Imperien des Alten Orients), in dem sowohl die babylonische Keilschrift wie die ägyptische Hieroglyphenschrift bekannt waren, gelang hier die Abstrahierung von Sprache zur Alphabetschrift. Alle heutigen Alphabete (Lateinisch, Griechisch, Kyrillisch, Arabisch und Hebräisch) stammen von einem gemeinsamen, altkanaanäischen Vorfahren ab.
  • In der politischen Evolution vom Stamm über den theokratischen Staat zur halbautonomen Provinz des Perserreiches vollzog sich ein Bewusstseinsprozess, in dem am Ende nicht mehr allein der König, sondern jeder Mensch ‘Ebenbild Gottes’ ist.
  • In Jerusalem wurde der Weg vom vielgestaltigen Polytheismus zum universalen Monotheismus zurückgelegt (Thora, Bibel und Koran).

Auch mit den Schattenseiten dieses kulturellen Erbes sind wir bis heute konfrontiert (wie Patriarchalismus, Exklusivismus, Fundamentalismus).

Der dreijährige Nebenfach-Studiengang ‘Kulturgeschichte des vorislamischen Palästina’ setzt sich – unabhängig von religiösen Orientierungen – mit diesen wesentlichen Wurzeln unserer Kultur auseinander, die heute dank moderner Wissenschaften (v.a. Archäologie, Epigraphik, Ikonographie und Religionswissenschaft) vertieft erschlossen werden können.

Das Angebot richtet sich an:

  • Studierende der Alten und Neueren Geschichte sowie der Religionswissenschaft, die hier ein Hintergrundwissen erwerben können, das auch für ihr Hauptfach nutzbringend sein wird.
  • Studierende der Theologie, die damit ihre Grundkenntnisse im Bereich der ‘Biblischen Umwelt’ vertiefen können.
  • alle sonstigen Interessierten.

Lehrangebot

Die anrechenbaren Lehrveranstaltungen sind im Vorlesungsfüher der Theologischen Fakultät als solche gekennzeichnet. Beachten Sie jedoch unbedingt darüberhinaus die entsprechenden Angebote an der Universität Freiburg.

Lehrveranstaltungen, die vom Departement Altertumswissenschaften der Universität Freiburg i.Ue. angeboten werden und die das vorislamische Palästina berücksichtigen (z.B. aus den Fächern Ägyptologie, frühchristliche und byzantinische Archäologie, antike Numismatik), können in den ANEC Minor integriert werden. Die Ägyptologie in Freiburg steht zudem als eigenständiger MA Minor allen Studierenden aus Bern offen.

Das Institut für Bibelwissenschaft (IBW) der Universität Bern organisiert für Studierende beider Universitäten regelmässig die Teilnahmemöglichkeit an archäologischen Ausgrabungen in Palästina/Israel.
Die Ausgrabungsprojekte, an denen in den vergangenen Jahren Studierende aus Bern teilgenommen haben sind: Kinneret Regional Project; Megiddo Expedition; Khirbet Qeiyafa Archaeological Project.

Das Departement Biblische Studien der Universität Freiburg bietet regelmässig Übungen und Praktika zu den Sammlungen altorientalischer Kleinkunst an. Ein Glücksfall für diese Art von Studien ist das Bibel+Orient Museum, das mit der Universität Freiburg verknüpft ist.

Das Studium des BA und MA Minor ist mit dem Besuch von ausschliesslich deutschsprachigen Veranstaltungen möglich. Für ein Grabungspraktikum in Israel sind gute Englisch-Kenntnisse nötig; Englisch ist auch die Sprache des grössten Teils der Primär- und Sekundärliteratur. Im MA Minor erweitert die Fähigkeit, auch französischen und englischen Lehrveranstaltungen zu folgen, die Wahlmöglichkeiten um mehr als 100%.

Die beteiligten Institutionen bemühen sich um die regelmässige Durchführung von Studienreisen in die Länder des Vorderen Orients.

Administrativa

Die Basis dieses Studienganges bildet eine Fachkonvention im Rahmen von BeNeFri zwischen dem Departement für Biblische Studien (BIF), Universität Freiburg i.Ue., dem Departement für Altertumswissenschaften (SCANT), Universität Freiburg i.Ue., und dem Institut für Bibelwissenschaft (IBW) der Universität Bern. Die Veranstaltungen finden teilweise in Bern, teilweise in Freiburg in der Regel in deutscher Sprache statt.
Die Reisekosten der Studierenden und der Dozierenden werden von ihrer Herkunftsuniversität übernommen.

Für ausführliche Informationen siehe

oder nehmen Sie Kontakt auf mit Prof. Silvia Schroer oder Prof. Ernst A. Knauf.

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