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Theologische Fakultät

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Hebräisch

Inhalt

Warum muss ein Pfarrer Bibelhebräisch lernen? Hebräisch ist die Sprache, in der die grosse Mehrzahl der Texte des Alten oder Ersten Testaments verfasst wurde. Die hebräische Bibel war und ist die Heilige Schrift der Juden. Sie war auch die einzige Heilige Schrift der Christen in den ersten zwei Jahrhunderten. Auch in unserer heutigen christlichen Bibel machen die Texte des Alten Testaments zwei Drittel des gesamten Bibeltextes aus. Die hebräische Bibel, von den Juden Tanak genannt (dieses Wort ist eine Abkürzung für Tora = Weisung, Nebiim = Propheten, Ketubim = Schriften), war somit auch die Heilige Schrift des Juden Jesus Christus. Sie ist “das Fundament der Gottesbotschaft Jesu und des Bekenntnisses zu Jesus dem Christus” (Erich Zenger). Dies wird z.B. daran deutlich, dass das Neue Testament zahllose wörtliche Zitate und inhaltliche Motive des Ersten Testaments enthält. Auch das Griechisch des NT zeigt mannigfache Anklänge an den semitischen Sprachduktus, besonders in den Evangelien. Nochmals E. Zenger: ”Das Neue Testament ist vom Alten Testament her geschrieben; das Neue Testament muss im Lichte des Alten Testaments gelesen werden. Das Alte Tes-tament im Neuen ist ,mater magistra Novi Testamenti‘ Das Alte Testament nicht kennen und nicht verstehen heisst Christus und das Christentum nicht verstehen.”

Studienziele

Der Hebräischkurs dient wie die beiden anderen Sprachkurse dem Erlernen der Sprache unter Anleitung und der Prüfungsvorbereitung. Rechtlich gesehen ist das den Kurs abschliessende Hebraicum eine Ergänzungsprüfung zur Matura, d.h. wer Hebräisch am Gymnasium besucht bis zur Maturität, ist (bis auf Weiteres) von der Hebräischprüfung befreit. Nach bestandener Prüfung sollten die Studierenden in der Lage sein, Prosatexte und leichtere Texte aus den poetisch – prophetischen Büchern selbständig zu lesen und zu übersetzen und die erworbenen Kenntnisse im kritischen Dialog mit wissen-schaftlicher Literatur anzuwenden. Im Weitern bietet der Hebräischkurs auch erste vertiefende Einblicke in Sprache, Kultur und Religion des Alten Orients. Er hat im bescheidenen Rahmen der knappen zur Verfügung stehenden Zeit propädeutische Funktion als “Appetitanreger” für die im Laufe des Studiums zu betreibende wissenschaftliche Ausbildung im Fach Altes Testament.

Lehrangebot

Im ersten Semester steht das Erlernen der Lesefähigkeit und die Beherrschung grundlegender Kenntnisse der Grammatik, des Vokabulars und der Formenlehre im Vordergrund. So bald wie möglich wird an Originaltexten des Alten Testamentes gearbeitet. Im zweiten Semester wird der Rest der Grammatik und des Wortschatzes erarbeitet und die Arbeit an den biblischen Texten vertieft. Eine kurze Repetition des gesamten Stoffes rundet den Kurs ab und verleiht für die bevorstehende Prüfung den letzten Schliff. Wer Hebräisch nicht am Gymnasium bis zur Maturität besucht hat, muss an der Uni die sog. Hebraicumsprüfung ablegen. Diese besteht in einer zweistündigen schriftlichen und einer viertelstündigen mündlichen Prüfung. In dieser wird vor allem die Kompetenz, hebräische Prosatexte ohne fremde Hilfe zu übersetzen, geprüft, ferner die Kenntnis grundlegender Funktionen der hebräischen Formenlehre und Syntax.

Literatur

Als Lehrbuch kommt neu zur Anwendung: Heinz-Dieter Neef, Arbeitsbuch, Hebräisch, UTB 2429, Tübingen 2003.

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