Theologische Fakultät |

Das Studium besteht aus drei Schwerpunkten:
Wer Religious Studies studiert...
Wer Religious Studies studiert...
Es wird sicherlich einfacher, wenn dir die Religionen nicht völlig fremd sind. In den einführenden Veranstaltungen und notfalls in Überblicken in Büchern wird das Basiswissen aber so vermittelt, dass du keine Vorkenntnisse mitbringen musst. Wichtig sind hingegen deine Bereitschaft und dein Interesse zum Verständnis fremder Sichtweisen. Nicht nur die Inhalte werden je nach Fach, Dozent/in und Lehrveranstaltung anders vermittelt, auch mit den verschiedenen Perspektiven der Dozenten/innen (und ihrem Verständnis von Wissenschaft) musst du umgehen können.
Der Studiengang Religious Studies vermittelt ein Basiswissen über die christliche und ein kleines Grundlagenwissen über andere Religionen. Es können nur wenige Ausschnitte der einzelnen Religionen vertieft betrachtet werden. Da es nicht möglich ist, eine Religion in ihren historischen, systematischen, soziologischen und praktischen Facetten umfassend kennen zu lernen, ist es wohl nötig, sich im Laufe des Studiums auf einige Interessensgebiete zu spezialisieren. Es geht also nicht darum, einer Religion „gerecht“ zu werden, sondern sich durchs Studium auf verschiedene religiöse Perspektiven einzulassen und sich je länger je mehr intra- und interreligiöse Zusammenhänge zu erschliessen.
Um sich ernsthaft auf das Studium einlassen zu können, ist eine gewisse Offenheit und Wertschätzung gegenüber anderen Religionen und Glaubensformen unerlässlich. Das heisst aber nicht, dass im interreligiösen Dialog und im interreligiösen Studium nicht eine eigene Glaubenshaltung vertreten werden dürfte. Im Gegenteil: Die eigene Position kann als wertvolle Ausgangslage dienen, um die vielfältigen Einblicke, Meinungen und Konzepte, die dir während des Studiums begegnen, kritisch zu reflektieren.
In den meisten Veranstaltungen beschäftigst du dich auf theoretischer Ebene mit den jeweiligen Themen. Dazu muss vor allem viel gelesen werden. Der Praxisbezug besteht dabei darin, dass die Texte oft in engem Bezug zum ganz persönlichen Alltag, zum eigenen Glauben oder zur eigenen Handlungs- und Denkweise stehen.
Zudem gibt es im Studiengang Religious Studies für Uni-Verhältnisse doch ziemlich viele Exkursionen, Begegnungen oder Seminare, in welchen die praktische Auseinandersetzung mit dem Themengebiet im Vordergrund steht (z.B.: Besuch von Religionsgemeinschaften in Bern).
Im Rahmen von Einführungsveranstaltungen werden Grundkenntnisse im "Alten Testament" und im "Neuen Testament" erworben. Dazu werden biblische Textstellen interpretiert und Hintergründe erläutert. Die Schriften der anderen grossen religiösen Traditionen werden zwar oft zitiert, ihnen werden aber keine eigenen Veranstaltungen gewidmet. Religious Studies beschäftigen sich also nicht in erster Linie mit religiösen Urtexten, sondern eher mit den religiösen Gemeinschaften in der heutigen Lebenswelt. Trotzdem ist es sicherlich angebracht, sich einmal mit den grundlegenden Schriften nicht-christlicher Religionen zu beschäftigen.