Theologische Fakultät |

„Ich
erinnere mich gut, dass ich ein Studium wählen wollte, das mir
Zugang verschaffen würde zu Menschen oder zu verschiedenen Lebenssituationen,
in denen Menschen sich befinden. Das hätte auch Medizin sein können.
Ich wählte Theologie, weil ich mich mehr für Sprachen, Soziologie
und Psychologie interessierte als für Naturwissenschaften. Einfluss
hatten auch die Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Tod meines Vaters.
Ich wählte das Berufsziel Pfarrer und weniger das Studium Theologie.
In der Folge war ich ca. je 10 Jahre Pfarrer, Religionslehrer, Leiter
eines Seminars und heute Generalsekretär der Erziehungsdirektion.
In allen Berufsfeldern habe ich viel gelernt durch das Zusammensein mit Menschen. Dazu gekommen ist die Erkenntnis, dass neben existentiellen Bedingungen die "Systeme" oder die "Strukturen" (Kirchen, Schulen, Verwaltungen) einen grossen Anteil an der Gestaltung des persönlichen Lebens haben. Seither verfolgt mich die Frage: wie muss Zusammenarbeit in Organisationen gestaltet werden, damit der Mensch seinen Nächsten lieben kann und in der Schule und in andern Institutionen sinnvolles Leben ermöglicht wird?
Theologie ist dabei ein unausgesprochener Hintergrund, der kritisches und vernetztes Denken unterstützt, denn letztlich geht es ihr unter vielen verschiedenen Perspektiven genau um diese Frage nach sinnvollem Leben.“
Bern, im März 2003