Theologische Fakultät |

„Seit
Oktober 2002 arbeite ich zu 60% als Spitalpfarrerin am Berner Inselspital.
Zusammen mit einer katholischen Kollegin bin ich für die Frauen-und
Kinderklinik zuständig. Als Seelsorgerin begleite ich Patienten
und Patientinnen und deren Familien während dem Spitalaufenthalt.
Ich gestalte meine Arbeit in engem Kontakt mit den Pflegeteams. Die
Teams sind über meine Arbeit und Präsenz informiert und wissen,
was ich anbiete (Gespräche, einzeln oder mit mehreren Personen,
Rituale, Taufen, Segnungsfeiern, Abschiedsfeiern, Weiterbildungen und
Unterstützung für Teams etc.). Sie sind es oft, die mich zu
Kindern oder Familien rufen. Häufig begegne ich Menschen in schwierigen
Momenten; wenn sie beispielsweise eine schlechte Nachricht erfahren
haben, vor einer langen Operation, nach einem Unfall oder im Zusammenhang
mit Geburt, Frühgeburt, drohendem Tod.
Dabei begegnen mir oft theologische Fragen, beispielsweise die Schuldfrage, oder die Frage nach einem Gott, der so etwas zulässt. Durch eigene Reflexion im und nach dem Studium kann ich die Menschen auch in diesen Fragen begleiten und bin hoffentlich bescheiden genug, ihnen keine vorschnellen Antworten, wohl aber Beispiele ähnlicher Fragen aus der langen Geschichte des Christentums zu vermitteln. Dass sie mit ihrem Fragen und Suchen nicht allein sind, ist schon eine sehr wichtige Erkenntnis.“
Bern, im März 2003