Clinical Pastoral Training (CPT)

Konzept und Thematik

Das Clinical Pastoral Training (CPT) ist ein ökumenisch bewährtes und aktuelles Lernmodell, in dem Seelsorge durch die Reflexion beruflicher Praxis gelernt und geübt wird. Es fördert die Wahrnehmungsfähigkeit und die kommunikative Kompetenz in komplexen, professionellen Arbeitsfeldern sowie das spirituelle und persönliche Wachstum der Seelsorgeperson. Es ermöglicht die Aneignung von Erkenntnissen aus der Theologie und Psychologie. Es unterstützt ein elementarisiertes, situationsbezogenes Reden und Handeln aus dem biblischen und kirchlichen Traditionsschatz.

Die Teilnehmenden werden in ihrer persönlichen, fachlichen, sozialen und religiösen Kompetenz unterstützt, begleitet und gefördert, um die eigene Berufspraxis, vorwiegend im Bereich der Seelsorge, bewusster wahrnehmen, mitgestalten und verantworten zu können.

Dabei wird unter klinisch ein Lernen durch intensive Praxisanalyse verstanden. Folgende international abgesprochenen Lernelemente kommen zum Einsatz: Arbeiten in einem begrenzten Praxisfeld, Lernen in der Kursgruppe, Glauben und Theologie, Theoriebildung und Supervision.

Ziele des Studiengangs

Der CAS-Studiengang CPT verfolgt die folgenden Lernziele:

  • Arbeiten in einem begrenzten Praxisfeld
    Bei Block-Kursen in der Regel in einem Spital oder einer Klinik am Kursort oder in der Nähe. Bei Wochenkursen und fraktionierten Kursen werden Erfahrungen aus dem eigenen Praxisfeld der Teilnehmenden bearbeitet.
  • Lernen in der Kursgruppe
    Selbsterfahrungsbezogene Gruppenarbeit, Arbeit mit Gesprächsprotokollen und Falldarstellungen aus der eigenen Praxis, Gottesdienst- bzw. Predigtwirkanalysen, Körper- und Wahrnehmungsübungen sowie Lernprozessanalysen. Daher sind die Kursgruppen von überschaubarer Grösse (8-12 Personen pro Kurs) und pro Kurs gleichbleibend.
  • Glaube und Theologie
    Geistliche Impulse und Besinnungen gehören dazu. Wir legen Wert auf das theologische Nachdenken über Seelsorge und biblische Texte. Vertiefung von einzelnen Bibelstellen z.B. durch Bibliodrama.
  • Theoriebildung
    Seelsorglich relevante theologische Fragestellungen und unterschiedliche humanwissenschaftliche Ansätze werden vorgestellt, ausgetauscht und reflektiert. Dazu Literaturstudium und praxisnahe Kurzreferate, teilweise mit zusätzlichen  Fachpersonen.
  • Supervision
    Kursbegleitend sind Gruppensupervisionen und in Langen Kursen zudem Einzelsupervisionen eingebaut. Ihr Ziel ist es, die seelsorgliche und kommunikative Fähigkeit individuell zu fördern, zu stützen und weiter zu entwickeln.

Zielgruppe

Die pastoralpsychologische Aus- und Weiterbildung in Seelsorge CPT ist für Personen vorgesehen, die sich beruflich in qualifizierter Weise mit kirchlicher Seelsorge befassen. Sie richtet sich in erster Linie an Seelsorgerinnen und Seelsorger einer der drei Landeskirchen. Die Kursteilnehmenden können auch anderen Kirchen und christlichen Gemeinschaften angehören.
An langen CPT-Kursen können Personen teilnehmen, die aufgrund ihres Theologiestudiums bzw. ihrer kirchlichen Berufsausbildung die Voraussetzung für eine kirchliche Anstellung besitzen und sich in Seelsorge weiter qualifizieren möchten. Grundsätzlich wird abschlossenes Theologiestudium, abgeschlossene kirchliche Berufsausbildung (z.B. Sozialdiakonische Ausbildung oder Katechetische Berufsausbildung am Religionspädagogischen Institut RPI der Uni Luzern) und Berufserfahrung im kirchlichen Dienst vorausgesetzt. Vor dem ersten langen Kurs ist ein Wochenkurs CPT zu besuchen.
Theologinnen und Theologen mit einem Hochschulabschluss haben die Möglichkeit die praxisbezogene Weiterbildung von CPT mit einem Zertifikat, Diplom und Master in Seelsorge und Pastoralpsychologie an der Universität Bern oder an der Theologischen Hochschule Chur abzuschliessen.
Die Kursteilnehmenden sind von ihrer Kirche angestellt oder streben neu, resp. wieder eine Anstellung an.

Studienleiterin CPT

Pfrn. Nicole De Lorenzi
Supervisorin CPT, Coach bso, Spitalpfarrerin
Turnerstrasse 7
8006 Zürich
+41 79 250 77 67
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