CAS Religious Care in Migration Contexts

Neu mit wahlweisem Schwerpunkt 

  • Asyl 

  • Gefängniswesen

Konzept und Thematik

Die religiöse Begleitung in Institutionen des Gefängnis- und Asylwesens wird primär durch die grossen Landeskirchen wahrgenommen. Diese Situation widerspiegelt jedoch in keiner Weise die demographische Zusammensetzung der Gefängnisinsassen bzw. Asylsuchenden in der Schweiz.

Im Sinne der freien Religionsausübung ist es wünschenswert, dass qualifizierte Führungspersonen ausserchristlicher Gemeinden und Mitglieder von Migrationskirchen religiöse Betreuungsfunktion in staatlichen Institutionen übernehmen. Gerade Frauen und unbegleitete Minderjährige haben erschwerten Zugang zu lokalen Gemeinden und sind auf eine religiöse Begleitung direkt in den Asylzentren angewiesen. Gefängnisinsassen sind auf Seelsorgende vor Ort angewiesen.

Gelebte Religiosität kann eine konstruktive, stabilisierende Wirkung in kritischen Lebenssituationen (Flucht, Trauma, Aufenthalt in einem Asylzentrum) haben. Gleichzeitig ist in solchen Situationen auch die Gefährdung durch mögliche destruktive Aspekte von Religiosität (Fundamentalismus, Extremismus) erhöht. Religiöses Betreuungspersonal muss in der Lage sein, in diesem Spannungsfeld mit Rücksicht auf die institutionellen, rechtlichen und kulturellen Kontexte und die spezifische psychische Verfassung der Betroffenen professionell zu handeln.

Der CAS Religious Care wird neu um den Schwerpunktbereich Gefängnis erweitert. Studierende haben die Wahl zwischen den Schwerpunktbereichen Asyl und Gefängnis. Der Weiterbildungsstudiengang an der Universität Bern rüstet die Absolvierenden fachlich und praktisch-methodisch für den Einsatz in Institutionen des Gefängnis- und Asylwesens aus. Das CAS leitet die Teilnehmenden zu einem reflektierten Umgang mit religiösen und kulturellen Themenstellungen im Migrations- und Strafvollzugskontext an. Zu den Aufnahmebedingungen gehört eine Ausbildung auf Hochschulniveau oder einer vergleichbaren fachlichen Ausbildung, die für eine Seelsorgetätigkeit qualifiziert und ein berufliches Praxisfeld. Es ist ein wissenschaftlich begleitetes Aufnahmeverfahren inklusive Assessment zu bestehen. Das CAS ist offen für Angehörige aller Religionen.

Das CAS stellt die eine bereits erprobte Weiterbildungsplattform in diesem Bereich in der Schweiz dar und öffnet gleichzeitig den Zugang für nicht-christliche Religionsgemeinschaften zu professionellen Qualifikationen im Bereich religiöser Betreuung und Begleitung.

Ziele des Studiengangs

Die Teilnehmenden des CAS Religious Care in Migration Context werden zu einem reflektierten Umgang mit religiösen und kulturellen Fragen und Themenstellungen im Asylkontext (Schwerpunkt A) bzw. im Gefängnis (Schwerpunkt B) befähigt.

 

Die Teilnehmenden:

  • verfügen über ein gemeinsames Rollen- und Institutionsverständnis.
  • sind fähig zum interkulturellen Austausch (durch Lerngruppenerfahrung).
  • verstehen, wie Radikalisierung entsteht und erkennen Hinweise auf religiös oder politisch motivierte Radikalisierungsschritte.
  • verfügen über eine hohe Gesprächskompetenz.
  • sind fähig, eigene biographische Erfahrungen zu reflektieren.
  • verfügen über eine hohe Empathiefähigkeit und seelsorgliche Handlungsbereitschaft.

Der Studiengang CAS Religious Care in Migration Context ist zur Zeit in der Überarbeitung.

Ein neuer Lehrgang beginnt im Herbst 2020.

 

Weitere Informationen erhalten Sie beim Studienleiter Pfr. Dr. des. Frank Stüfen (frank.stuefen@theol.unibe.ch)

Zielgruppe

Der Studiengang richtet sich an Angehörige verschiedener Religionsgemeinschaften, die mit religiösen Begleitungsaufgaben betraut sind oder werden und sich mit Theorie und Praxis religiös-existentieller Betreuung von Menschen im Asylkontext bzw. Gefängnis beschäftigen wollen.