Theologische Fakultät

Studienprogramme

Bachelor Interreligiöse Studien

Die Theologische Fakultät der Universität Bern bietet als erste Fakultät im deutschsprachigen Raum seit 2005 den Studiengang „Religious Studies“ an. Die heutigen multikulturellen Gesellschaften haben immer stärker die Aufgabe, die unterschiedlichen religiösen Identitäten zu berücksichtigen. Ein fundiertes und reflektiertes Wissen über eigene und fremde religiöse Traditionen ist unerlässlich. Fachleute, die mit den verschiedenen Traditionen vertraut sind, sind deshalb wichtig.

Basisinformationen
Abschluss: Bachelor of Arts in Religious Studies, Universität Bern
Umfang: 180 ECTS
Angebot:
  • Major Interreligious Studies/Interreligiöse Studien 120 ECTS

 

Angebot für andere Studiengänge:

  • Minor Interreligious Studies/Interreligiöse Studien 60 ECTS
Kombinationsmöglichkeiten: mehrere
Studiendauer: 6 Semester
Unterrichtssprache: Deutsch
Studienbeginn: Herbst- oder mit Bewilligung der zuständigen Studienfachberatung auch im Frühjahrssemester

Das Studium ist in verschiedene Bereiche gegliedert. Das Christentum wird in verschiedenen historischen und aktuellen Ausprägungen studiert. Es werden Veranstaltungen der Theologischen Fakultät besucht.

Die Veranstaltungen der anderen grossen religiösen Traditionen (Judentum, Islam, Religionen Indiens, Buddhismus) werden z.T. in Zusammenarbeit mit anderen Instituten angeboten (Institut für Religionswissenschaft, Institut für Islamwissenschaft und Neuere Orientalische Philologie). Die Erarbeitung der eigenen Position zur religiösen Vielfalt gehört ebenfalls zum Studium.

Der Studiengang, der zum Titel „Bachelor of Arts in Religious Studies“ führt, dauert 6 Semester. Parallel zu diesem Hauptfach wird ein Nebenfach an einer anderen Fakultät belegt.

In den einzelnen Studiengängen werden jeweils folgende Bereiche abgedeckt (die Zahlen beziehen sich auf die Anzahl ECTS -Punkte):

Der Bachelor Studiengang Religious Studies/Interreligiöse Studien setzt sich aus dem Major zu 120 ECTS-Punkten und einem oder mehreren Minor im Umfang von 60 ECTS-Punkten zusammen.

Der Major kann mit allen Minor im Umfang von 15 ECTS-Punkten der Theologischen Fakultät und mit sämtlichen an der Universität Bern im entsprechenden Umfang angebotenen Minor ausser Religious Studies/Interreligiöse Studien und Religionswissenschaft gewählt werden.

Studienstrukturen
Major ECTS
Minor 
120 60 
120   30 + 30
120 30 + 15 + 15
120 30 + 30 Freie Leistungen 
120
30 + 15 + 15 Freie Leistungen
120
15 + 15 + 30 Freie Leistungen
Welche Minor Sie kombinieren können

«'Religion' ist nicht mehr = Christentum oder = Judentum; viele Menschen in unserer westlich-industrialisierten Lebenswelt vertreten heute den Standpunkt, ihre eigene Religion zu haben. Versteht man Religion als re-ligare („zusammenbinden“), dann muss sie einerseits dort anzutreffen sein, wo Mechanismen wirken, die Menschen in sich selbst zusammenbinden (Identität). Andererseits sind diese Mechanis¬men dafür verantwortlich, Menschen untereinander zu verbinden (in Beziehungen und Gruppen).

Im Studiengang BA und MA „Religious Studies“ sind mir grundlegende Kenntnisse der grossen Religionstraditionen (Judentum, Chri-stentum, Islam, Hindureligionen, Buddhismus) vermittelt worden. Zudem habe ich Anregungen erhalten, Religion als eine weit zu fassende Grösse zu sehen. Eine Grösse nämlich, die gerade in einer Zeit weltweiter Vernetzung Individualisierungsprozesse mitmacht und nicht in begrenzenden Institutionen eingesperrt bleibt. Diese facetten¬reiche Sicht auf „Religion“ wird mir in meinem Berufsleben als Gymnasiallehrer sicherlich eine grosse Hilfe sein.»

Jonas Widmer (MA Religious Studies)

«Die Globalisierung hat auch vor den Religionen nicht Halt gemacht. Sie sind sich näher gerückt und durchdringen sich, nicht zuletzt infolge weltweiter Migrationsprozesse. Ihre Sinnversprechen, aber auch ihre Konfliktpotenziale sind im Westen einer Welt nahe gekommen, die nicht mehr verbindlich in einer religiösen Tradition wurzelt und dennoch hartnäckig und manchmal kritiklos nach Orientierung sucht. Gründe genug, die Religionen genauer kennen zu lernen, sich mit ihnen systematisch zu beschäftigen und überlegt mit den Ansprüchen umgehen zu lernen, die sie an uns herantragen. Der Studiengang „Religious Studies / Interreligiöse Studien“ bietet die Chance, sich Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben, die für die verantwortliche Gestaltung einer sehr pluralistisch gewordenen Gesellschaft nötig sind.»

Prof. Dr. Benz H.R. Schär, ehemaliger Leiter der Fachstelle Migration der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn und emeritierter Dozent an der Theologischen Fakultät der Universität Bern

«Der Talmud beschreibt, dass jeder Regentropfen seine eigene Laufbahn hat, die mit keiner anderen identisch ist. Diese Tatsache nimmt der Talmud zum Anlass, um zu beschreiben, dass jedes Individuum eine ganz spezifische, individuelle Laufbahn haben darf und soll. Das gilt, denke ich, auch für alle Religionen. Die Unterschiede sind für uns Juden eine Selbstverständlichkeit und sie sind sogar förderungswürdig. Der Talmud stellt mit seinen Diskussionen ein Sammelbecken der Vielfalt dar. Der Interreligiöse Dialog ist eine gute Möglichkeit für friedlichen Austausch. Insbesondere im Bereich der Erziehung der Kinder und Jugendlichen. Die Jüdische Gemeinde ist offen für interreligiöse Diskussionen. Im Vordergrund unserer Bemühungen steht die Absicht Berührungsängste und Vorurteile abzubauen. Denn am gegenseitigen Kennen lernen und am friedlichen Miteinander der Religionen liegt uns sehr viel.»

David Polnauer, Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Bern