Master Interreligiöse Studien

Die Theologische Fakultät der Universität Bern bietet als erste Fakultät im deutschsprachigen Raum seit 2005 den Studiengang „Religious Studies“ an. Die heutigen multikulturellen Gesellschaften haben immer stärker die Aufgabe, die unterschiedlichen religiösen Identitäten zu berücksichtigen. Ein fundiertes und reflektiertes Wissen über eigene und fremde religiöse Traditionen ist unerlässlich. Fachleute, die mit den verschiedenen Traditionen vertraut sind, sind deshalb wichtig.

Basisinformationen
Abschluss: Master of Arts in Religious Studies, Universität Bern
Umfang: 120 ECTS
Angebot:
  • Major Interreligious Studies/Interreligiöse Studien 90 ECTS


Angebot für andere Studiengänge:

  • Minor Interreligious Studies/Interreligiöse Studien 30 ECTS
Kombinationsmöglichkeiten: mehrere
Studiendauer: 4 Semester
Unterrichtssprache: Deutsch
Studienbeginn: Herbst- oder Frühjahrssemester

Das Studium ist in verschiedene Bereiche gegliedert. Das Christentum wird in verschiedenen historischen und aktuellen Ausprägungen studiert. Es werden Veranstaltungen der Theologischen Fakultät besucht.

Die Veranstaltungen der anderen grossen religiösen Traditionen (Judentum, Islam, Religionen Indiens, Buddhismus) werden z.T. in Zusammenarbeit mit anderen Instituten angeboten (Institut für Religionswissenschaft, Institut für Islamwissenschaft und Neuere Orientalische Philologie).

Die Erarbeitung der eigenen Position zur religiösen Vielfalt gehört ebenfalls zum Studium.

Der Studiengang, der zum Titel „Master of Arts in Religious Studies“ führt, dauert .Parallel zu diesem Hauptfach wird ein Nebenfach an einer anderen Fakultät belegt. Der Abschluss auf Masterstufe ist die Voraussetzung für ein Lehrdiplom Sekundarstufe II.

In den einzelnen Studiengängen werden jeweils folgende Bereiche abgedeckt (die Zahlen beziehen sich auf die Anzahl ECTS -Punkte):

 

Fach 1: Christentum (21):

  • Bibel (18 + 3)
  • Christentumsgeschichte, christliche Theologie und Praxis (15 + 6)
  • Judentum (18 + 3)

Fach 2: Islam, Religionen Indiens und Buddhismus (9):

  • Islam (3-6)
  • Religionen Indiens und Buddhismus (3-6)
Fach 3: Interreligiöse und interkulturelle Fragen, Fragen der Religionstheorie (15)
Fach 4: Masterarbeit (30)
Fach 5: Wahlbereich (15) 

«'Religion' ist nicht mehr = Christentum oder = Judentum; viele Menschen in unserer westlich-industrialisierten Lebenswelt vertreten heute den Standpunkt, ihre eigene Religion zu haben. Versteht man Religion als re-ligare („zusammenbinden“), dann muss sie einerseits dort anzutreffen sein, wo Mechanismen wirken, die Menschen in sich selbst zusammenbinden (Identität). Andererseits sind diese Mechanis¬men dafür verantwortlich, Menschen untereinander zu verbinden (in Beziehungen und Gruppen).

Im Studiengang BA und MA „Religious Studies“ sind mir grundlegende Kenntnisse der grossen Religionstraditionen (Judentum, Chri-stentum, Islam, Hindureligionen, Buddhismus) vermittelt worden. Zudem habe ich Anregungen erhalten, Religion als eine weit zu fassende Grösse zu sehen. Eine Grösse nämlich, die gerade in einer Zeit weltweiter Vernetzung Individualisierungsprozesse mitmacht und nicht in begrenzenden Institutionen eingesperrt bleibt. Diese facetten¬reiche Sicht auf „Religion“ wird mir in meinem Berufsleben als Gymnasiallehrer sicherlich eine grosse Hilfe sein.»

Jonas Widmer (MA Religious Studies)

«Die Globalisierung hat auch vor den Religionen nicht Halt gemacht. Sie sind sich näher gerückt und durchdringen sich, nicht zuletzt infolge weltweiter Migrationsprozesse. Ihre Sinnversprechen, aber auch ihre Konfliktpotenziale sind im Westen einer Welt nahe gekommen, die nicht mehr verbindlich in einer religiösen Tradition wurzelt und dennoch hartnäckig und manchmal kritiklos nach Orientierung sucht. Gründe genug, die Religionen genauer kennen zu lernen, sich mit ihnen systematisch zu beschäftigen und überlegt mit den Ansprüchen umgehen zu lernen, die sie an uns herantragen. Der Studiengang „Religious Studies / Interreligiöse Studien“ bietet die Chance, sich Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben, die für die verantwortliche Gestaltung einer sehr pluralistisch gewordenen Gesellschaft nötig sind.»

Prof. Dr. Benz H.R. Schär, ehemaliger Leiter der Fachstelle Migration der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn und emeritierter Dozent an der Theologischen Fakultät der Universität Bern

«Der Talmud beschreibt, dass jeder Regentropfen seine eigene Laufbahn hat, die mit keiner anderen identisch ist. Diese Tatsache nimmt der Talmud zum Anlass, um zu beschreiben, dass jedes Individuum eine ganz spezifische, individuelle Laufbahn haben darf und soll. Das gilt, denke ich, auch für alle Religionen. Die Unterschiede sind für uns Juden eine Selbstverständlichkeit und sie sind sogar förderungswürdig. Der Talmud stellt mit seinen Diskussionen ein Sammelbecken der Vielfalt dar. Der Interreligiöse Dialog ist eine gute Möglichkeit für friedlichen Austausch. Insbesondere im Bereich der Erziehung der Kinder und Jugendlichen. Die Jüdische Gemeinde ist offen für interreligiöse Diskussionen. Im Vordergrund unserer Bemühungen steht die Absicht Berührungsängste und Vorurteile abzubauen. Denn am gegenseitigen Kennen lernen und am friedlichen Miteinander der Religionen liegt uns sehr viel.»

David Polnauer, Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Bern

Der Master Studiengang Interreligious Studies/Interreligiöse Studien setzt sich aus dem Major zu 90 ECTS-Punkten und einem Minor zu 30 ECTS-Punkten zusammen.

Zum Major können mit Ausnahme von Interreligious Studies/Interreligiöse Studien und Religionswissenschaft alle an der Universität Bern im entsprechenden Umfang angebotenen Minor gewählt werden.

Studienstruktur
Major ECTS
Minor ECTS
90 30 
Welche Minor Sie kombinieren können

Individuelle Studienvoraussetzungen

Die folgenden Studienausweise berechtigen zur Zulassung zum Major Interreligiöse Studien:

a) Bachelorabschluss einer Schweizer Universität mit Major in Interreligiöse Studien. Zum Abschluss des Masterstudiums können zusätzliche Kenntnisse und Fähigkeiten verlangt werden, die im absolvierten Bachelorstudium nicht erworben worden sind. *
b) Bachelorabschluss einer anerkannten universitären Hochschule mit Major oder Monofach in einem verwandten Studienfach (Theologie). Es können zusätzliche Leistungen im Umfang von maximal 60 ECTS-Punkten als Auflagen verlangt werden. *
c) Bachelorabschluss einer universitären Hochschule in einer anderen Studienrichtung, sofern mit dem Erbringen von Zusatzleistungen in Form von Bedingungen oder Auflagen von maximal 60 ECTS-Punkten die nötigen Voraussetzungen für den erfolgreichen Abschluss des Masterstudiums erworben werden. *
* Auflagen sind bis zum Masterabschluss zu erfüllen; Bedingungen sind vor der Zulassung zum Masterstudium zu erfüllen. Die entsprechenden ECTS-Punkte werden als Zusatzleistungen extracurricular im Diploma Supplement ausgewiesen.

Bitte konsultieren Sie die Studienvoraussetzungen für den Minor im Studienplan.

Der Bachelorabschluss darf nicht mehr als 15 Jahre zurückliegen. Begründete Ausnahmen sind möglich.

 
Für Fragen zur Bewerbung und Zulassung kontaktieren Sie die Abt. Zulassung, Immatrikulation und Beratung

Bisherige UniBE Studierende

Beantragen Sie anlässlich der Erneuerung der Semestereinschreibung einen Studienprogrammwechsel auf den M A in Religious Studies, Universität Bern.
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Für Fragen zur Bewerbung und Zulassung kontaktieren Sie die Abt. Zulassung, Immatrikulation und Beratung.

Doktorat

Die Theologische Fakultät bietet die Möglichkeit mit einer Doktorarbeit, einen Beitrag zur Forschung zu leisten.

Berufsaussichten

Wie jedes Studium in den Geisteswissenschaften so bildete auch dieser Studiengang nicht auf eine spezifischen Beruf hin aus, sondern vermittelt viel mehr Methoden sowie Fähigkeiten, die in verschiedenen Berufsfeldern Anwendung finden können (z.B. Wissenschaft, Medien, Bildung, Diplomatie, Kultur, Dialog der Religionen).

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