Schweizer Bachelorabschlüsse/-programme der Universität Bern welche ohne Einstufung zum Eintritt berechtigen: Bachelor of Theology von anderen Universitäten welche ohne Einstufung zum Eintritt in das gewünschte Masterstudienprogramm berechtigen
Barbara Rieder Howald, Spitalpfarrerin Barbara Rieder Howald, Spitalpfarrerin Ich arbeite zu 60% als Spitalpfarrerin am Berner Inselspital. Zusammen mit einer römisch-katholischen Kollegin bin ich für die Frauen- und Kinderklinik zuständig. Als Seelsorgerin begleite ich Patienten und Patientinnen und deren Familien während dem Spitalaufenthalt. Ich gestalte meine Arbeit in engem Kontakt mit den Pflegeteams. Die Teams sind über meine Arbeit und Präsenz informiert und wissen, was ich anbiete (Gespräche, einzeln oder mit mehreren Personen, Rituale, Taufen, Segnungsfeiern, Abschiedsfeiern, Weiterbildungen und Unterstützung für Teams). Sie sind es oft, die mich zu Kindern oder Familien rufen. Häufig begegne ich Menschen in schwierigen Momenten; wenn sie beispielsweise eine schlechte Nachricht erfahren haben, vor einer langen Operation, nach einem Unfall oder im Zusammenhang mit Geburt, Frühgeburt, drohendem Tod. Dabei begegnen mir oft theologische Fragen, beispielsweise die Schuldfrage, oder die Frage nach einem Gott, der so etwas zulässt. Durch eigene Reflexion im und nach dem Studium kann ich die Menschen auch in diesen Fragen begleiten und bin hoffentlich bescheiden genug, ihnen keine vorschnellen Antworten, wohl aber Beispiele ähnlicher Fragen aus der langen Geschichte des Christentums zu vermitteln. Dass sie mit ihrem Fragen und Suchen nicht allein sind, ist schon eine sehr wichtige Erkenntnis.
Hans Zoss, Gefängnisdirektor Hans Zoss, Gefängnisdirektor Ich heisse Hans Zoss und habe in Bern und in den Vereinigten Staaten (Union Theological Seminary, Richmond) Theologie studiert. Nach dem Studium war ich während vierzehn Jahren im Pfarramt tätig. Als Feldprediger und Hauptmann habe ich ein Jahr als Militärbeobachter der Vereinten Nationen auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien verbracht. Diese beiden Erfahrungen und mein Interesse an Führungs- und Managementfragen haben mich bewogen, mich um die Stelle des Direktors der Anstalten Thorberg zu bewerben. Seit November 1994 arbeite ich als Direktor dieser Einrichtung. Die Vielseitigkeit des Theologiestudiums und vor allem die Möglichkeit, mich während dieses Studiums mit ethischen Problemen des Alltags auseinander zu setzen, sind mir jetzt grosse Hilfen. Ethische und philosophische Fragen interessieren mich bis heute brennend. Pfarrer sind Kommunikatoren. Die Fähigkeit, leicht zu kommunizieren, ist ein grosser Vorteil im Umgang mit Personal, Eingewiesenen und Behörden. Das Studium hat mich darauf gut vorbereitet.
Anne-Marie Kaufmann, Christkatholische Pfarrerin der Gemeinden des Kantons Neuenburg Anne-Marie Kaufmann, Christkatholische Pfarrerin der Gemeinden des Kantons Neuenburg Als Landwirtin und Familienmutter bin ich mit 35 Jahren ins Theologiestudium eingestiegen, und habe ein spannendes und umfassendes Studium entdeckt, das mir, gerade auch mit den Sprachen, neue Verständnis-Horizonte eröffnete. Heute bin ich Gemeindepfarrerin im Kanton Neuenburg. Die christkatholische Kirche gehört zu den drei vom Kanton anerkannten Kirchen. Als Minderheit besteht sie jedoch nur in bescheidenen Verhältnissen. Mein Arbeitsfeld ist sehr weit abgesteckt. Politische und ökumenische Beziehungen mit Staat und den anderen Kirchen, sowie die Zusammenarbeit der drei Landeskirchen zum Beispiel in den verschiedenen Seelsorgegebieten, gehören genauso zu meinen Aufgabenbereichen wie die eigentliche und sehr vielseitige Gemeindearbeit. Es ist die Arbeit einer Generalistin. Viel Unvorgesehenes verlangt schnelles Anwenden von Gelerntem und Erfahrung. Gut, dass es im Studium neben den theologischen Fächern auch Zeit- und Konfliktmanagement, Didaktik und verschiedenste Aspekte praktischer Theologie gab. Auch wenn die Theologiebücher nicht so oft wie ich möchte aus dem Bücherregal kommen, ist meine Theologie lebendig und präsent in all den Gesprächen, der Bibelarbeit, dem Religionsunterricht, dem Feiern und vielem anderen mehr. Das Schöne daran: das Studium geht weiter, jeden Tag.
Maja Zimmermann-Güpfert, Reformierte Pfarrerin am Berner Münster Maja Zimmermann-Güpfert, Reformierte Pfarrerin am Berner Münster Bei Studienbeginn war ich nicht sicher, ob ich Pfarrerin werden wollte. Es waren philosophische und religiöse Fragen, die mich beschäftigten. In den Studienjahren klärten sich dann viele meiner Fragen. Aber in Seelsorgewochen und während des Vikariats kamen mir Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebenssituationen nahe. Die Frage nach Gott beim Tod eines Kindes, der Trauerweg einer Schwerkranken, die Suche nach Lebenssinn in den verschiedenen Lebensphasen führten mich zu Auseinandersetzungen mit mir selbst und zu Gesprächen und Begegnungen, die mich tief beeindruckten. Seit 20 Jahren bin ich nun Pfarrerin. Zuerst arbeitete ich zu 50 % in einer Vorortsgemeinde in Bern; daneben sprach ich während drei Jahren das „Wort zum Sonntag“ am Schweizer Fernsehen DRS, während sechs Jahren das „Wort zum Tag“ am Radio und während drei Jahren auch Radiopredigten. Nun bin ich Pfarrerin am Berner Münster. Die Lust an der Auseinandersetzung mit theologischen Fragen hat sich in diesen Jahren noch gesteigert – und die intensive Nähe zu Menschen jeden Alters ist etwas, was ich kaum mehr missen möchte. Neu entdecke ich immer wieder die Vielfalt und Ausdruckskraft der Kirchenmusik und suche nach alten und neuen Formen gottesdienstlicher Liturgie.
Robert Furrer, Generalsekretär der Erziehungsdirektion (Bern) Robert Furrer, Generalsekretär der Erziehungsdirektion (Bern) Ich wurde nach dem Verlassen des Pfarramts nach zehnjähriger Tätigkeit immer wieder gefragt, weshalb ich den Schritt in andere Berufsfelder gemacht habe. Darauf gibt es mehrere Antworten. Eine geht in die Richtung, dass ich einfach neugierig darauf war, meine theologischen und anthropologischen Kenntnisse und meine Verwurzelung in der Tradition Jesu in einem anderen gesellschaftlichen Umfeld als dem Pfarramt zu erproben. Das war zunächst die Schule, wo ich als Religionslehrer an verschiedenen Seminaren gewirkt habe. Meine zwölf Jahre als Direktor des evangelischen Seminars Muristalden kann wie eine logische Fortsetzung gesehen werden. Die Herausforderung, in säkularem Umfeld eine Schule zu führen, die ihr christliches Erbe in der Alltagskultur lebt, war für mich äusserst spannend und ich bin auch dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Heute, als Generalsekretär der Erziehungsdirektion, ist das Umfeld noch einmal ein völlig anderes. Die Frage jedoch, wie eine grosse Organisation mit mehreren hundert Angestellten gestaltet werden muss, damit sich der einzelne Mensch darin verwirklichen kann, begleitet mich auch hier. Neben allen betriebswirtschaftlichen und organisationalen Aspekten gilt es auch hier, eine Kultur zu gestalten und zu leben, die dem Menschen dient. Auch hier begleiten mich biblische Bilder wie z. B die paulinische Vision einer gut funktionierenden Gemeinde (1. Kor. 12,12-31).